Symptome von Schlafapnoe erkennen – Bin ich davon betroffen?

Welche Symptome treten bei einer Schlafapnoe am häufigsten auf und wie erkennen Sie Beschwerden so früh wie möglich? Ein hilfreicher Ratgeber mit vielen praktischen Tipps.

Eine Schlafapnoe ist nicht immer einfach zu erkennen:

  • Die Atemaussetzer treten oft im Schlaf auf und Betroffene fühlen am nächsten Tag nur Symptome wie Müdigkeit oder fehlende Energie.
  • Trotzdem gibt es einige deutliche Anzeichen, die auf eine Schlafapnoe hindeuten können.

In diesem Text erfahren Sie mehr über die häufigsten Symptome und lesen, wie Sie diese so früh wie möglich erkennen können.

Was ist eine Schlafapnoe?

Kommt es während des Schlafes häufiger zum kompletten Atemstillstand, so spricht man von einem sogenannten Schlafapnoe-Syndrom.

Schnarchen schlafapnoe
Während des Schlafes setzt der Atem für mehrere Sekunden aus – der Körper kommt nicht zur Erholung.
  • Durch die gestoppte Atmung wachen die Betroffenen häufig auf und sind am Tag danach kaputt und unkonzentriert.
  • Schätzungen zufolge leiden immer mehr Menschen an dieser Erkrankung. Etwa jeder 20. Mann und jede 50. Frau sind davon betroffen.

Die häufigen Atemaussetzer können dabei schwerwiegende Folgen mit sich bringen. Je früher Sie die Schlafapnoe bemerken, desto besser:

Eine Schlafapnoe erkennen – die häufigsten Symptome

Im Folgenden habe ich die häufigsten Symptome für Sie zusammengefasst.

Wenn einige auf Sie zutreffen, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen.

Das Schnarchen

Häufig leiden Betroffene an starken Schnarchgeräuschen, die auch für ihre Partner sehr störend ist.

schnarchen und schlafapnoe
Schnarchen geht nicht immer mit einer Schlafapnoe einher – kann jedoch ein deutlicher Hinweis darauf sein.

Unterbrochen wird das Schnarchen nur durch Atempausen. Die Pausen werden anschließend mit einem heftigen Seufzer bzw. Schnarchlaut beendet und der Zirkel beginnt von Neuem.

Allerdings leidet längst nicht jeder Schnarcher an einer Schlafapnoe. Genauso schnarcht auch nicht jeder Patient, der eine Schlafapnoe hat.

Lesetipp: Dieser Experten-Ratgeber zum Thema Schnarchen.

Schweißausbrüche

Nächtliches Schwitzen ist ein weiteres Symptom der Schafapnoe.

Oftmals kommt es auch zu Schüttelfrost in der Nacht.

Sind Sie nämlich schweißgebadet, verkühlen Sie sich dadurch schneller – die Immunabwehr des Körpers muss Scherstarbeit leisten.

Länge der Apnoe

Die Länge der Atempause kann stark variieren, beträgt aber durchschnittlich 10 Sekunden bis eine Minute.

Schlafstörungen

Sobald Sie aufhören zu atmen kommt es häufig vor, dass Sie aus dem Schlaf gerissen werden.

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Fehlende Energie tagsüber kann ein Anzeichen auf unruhige Nächte durch eine Schlafapnoe sein.

Dadurch ist es schwierig, richtig in die Tiefschlafphase einzutauchen und Sie wachen wegen des unruhigen Schlafs leichter auf.

Durchschlafprobleme oder Schlafstörungen gehören für viele Betroffene zum Alltag. Falls auch Sie darunter leiden, beobachten Sie Ihre Schlafgewohnheiten ganz genau.

Abgeschlagenheit

Ist der Schlaf nicht erholsam während der Nachtruhe, so ist man am nächsten Tag gerädert. Man hat das typische Gefühl von ständiger Müdigkeit und fehlender Energie.

Über den Tag verteilt kommt es auch gehäuft zum sogenannten Sekundenschlaf, bei dem man für einige Sekunden einschläft. Dies kann schwere Folgen beim Autofahren haben.

Tipp: Gönnen Sie sich regelmäßig eine kurze Auszeit: Alles zum Thema Power Napping.

Fehlende Konzentration

Zur Müdigkeit kommt dann auch noch Konzentrationsschwäche hinzu. Es fällt den Betroffenen sehr schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Schlafmangel wirkt sich besonders negativ auf das Denkvermögen aus – besonders Schüler und Arbeitende in „Denkberufen“ sollten den Leistungsabfall genau beobachten.

Kopfschmerzen

Über den Tag verteilt leiden die Betroffenen nicht selten an starken, meist beidseitigen Kopfschmerzen. Schmerzmittel sind meist die einzige Rettung.

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Schwindel

Ein leichtes Schwindelgefühl kann nach dem Aufstehen auftreten. Manchmal wird es dann über den Tag verteilt stärker und kann auch zu Erbrechen führen.

Mundtrockenheit

Mundtrockenheit & Zahnfleischentzündungen treten oftmals direkt nach dem Erwachen auf.

Harndrang

Vermehrter Harndrang kann während der Nachtruhe auftreten, man spricht dann von nächtlicher Nyktorie. Sie müssen dann in der Regel mehrmals in der Nacht aufstehen um auf’s Klo zu gehen.

Gedächtnisstörungen

Neben Konzentrationsschwäche haben Betroffene auch oft Probleme damit, sich Dinge zu merken. Viele wichtige Dinge werden dann einfach vergessen. Das tritt besonders im fortgeschrittenen Alter immer häufiger auf.

Psychische Störungen

Unzureichender Schlaf kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

Schlafmangel
Ohne erholsamen Schlaf leidet unsere gesamte körperliche & seelische Gesundheit.
  • Während der Nachtruhe regeneriert unser Körper sich nämlich und unser Gehirn verarbeitet alles Erlebte am Tag zuvor.
  • Chronischer Schlafentzug sorgt aber neben körperlichen Einschränkungen auch für psychische Störungen.

Depressionen treten besonders häufig auf. Aber auch schlimmere Erkrankungen wie Halluzinationen, Schizophrenie oder Manie nehmen zu.

Je länger die Tagesmüdigkeit anhält, desto wahrscheinlich sind negative Folgen.

Sexuelle Störungen

Männer leiden aufgrund der Schlafapnoe oftmals an erektiler Dysfunktion bzw. Impotenz. Bei Frauen äußert sie sich durch eine verminderte Libido.

Welche Folgen hat die Schlafapnoe für mich?

Eine unbehandelte Schlafapnoe bringt viele gesundheitliche Risiken mit sich – neben den oben erwähnten Symptomen können mit der Zeit noch weitere Beschwerden entstehen.

das droht bei zu wenig Schlaf
Auf einen Blick: Die ernsten Folgen von Schlafentzug.

Sie müssen nicht zwangsweise durch eine Schlafapnoe entstehen, können aber ein Hinweis darauf sein.

Bluthochdruck

Eines der häufig auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erhöhter Blutdruck.

In der Medizin wird dieser auch als stiller Tod bezeichnet, denn nur selten entdeckt man diesen.

  • Die Symptome sind entweder nicht ausgeprägt oder so leicht, dass kein erhöhter Blutdruck vermutet wird.
  • Bluthochdruck sorgt für Organ- und Gewebeschäden im ganzen Körper. Unbehandelt sind die Schäden tödlich.

Eines der häufigen Symptome von erhöhtem Blutdruck sind Kopfschmerzen.

Herzinfarkt

Ein erhöhtes Risiko von Herzinfarkten zeigt sich ebenfalls. Meist wird dieser jedoch von chronischem Bluthochdruck (und nicht automatisch durch die Atemaussetzer der Schlafapnoe) ausgelöst.

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Bei ersten Anzeichen sollten Sie so schnell wie möglich gegensteuern – um ernsthafte Schlafstörungen zu verhindern.

Übergewicht

Die emotionalen Schwankungen führen zu einem Ungleichgewicht des Hormonhaushalts. Die Folge kann Übergewicht sein. Emotional ausgelöste Fressattacken sind aber auch ein Auslöser hierfür.

Diabetes Mellitus Typ 2

Diabetes Mellitus Typ 2 wird meist durch Übergewicht, aber auch durch Stress ausgelöst.

Schlaganfall

Wie auch beim Herzinfarkt, können vermehrt Schlaganfälle auftreten. Dieser kann zu Lähmungen bis hin zum Tod führen.

Plötzlicher Herztod

Dieser tritt vor allen Dingen in jungen Leuten auf. Das Herz hört einfach auf zu schlagen, meist im Schlaf.

Depressionen

Depressionen und andere psychische Erkrankungen wie etwa Schizophrenie treten ebenfalls als Folge der Apone auf.

Geschwüre

Magen, Mund oder sonstige Geschwüre können sich bilden und zu Blutungen führen.

Tinnitus oder Taubheit

Diese Symptome sind ebenfalls häufig durch chronischen Stress ausgelöst.

Herzinsuffizienz

Eine unzureichende Herzschlagleistung führt zu einer Minderdurchblutung des Körpers. Die Ursache hierfür ist meist chronischer Bluthochdruck.

Wie wird eine Schlafapnoe diagnostiziert?

Wenn Sie aufgrund der aufgelisteten Symptome den Verdacht haben, an einem sogenannten obstruktiven Schlafapnoe Syndrom (OSAS)  zu leiden, sollten Sie sofort zu Ihrem Hausarzt gehen und sich durchchecken lassen.

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Ein persönliches Gespräch beim Arzt (und weitere Behandlungen z.B. im Schlaflabor) sind nötig, um die Schlafapnoe genau zu diagnostizieren.
  • Aufgrund eines Verdachts auf die Schlafapnoe kann ein Schlafdiagnostikscreening verordnet werden.
  • Das Screening muss meist von einem erfahrenen HNO Arzt oder Pneumologen durchgeführt werden.

Während der Untersuchung misst der Arzt die Atemfrequenz sowie die Sauerstoffsättigung im Blut. Ebenfalls werden die Atemgeräusche aufgezeichnet und interpretiert.

Oftmals erfolgt die Aufzeichnung im Schlaf

Zusätzlich werden die Schlafposition sowie die Bewegung des Brustkorbs während der Atmung beobachtet.

Von einer positiven Diagnose spricht man, wenn der Betroffene innerhalb eines sechs stündigen Schlafintervalls mindestens fünf Schlafapnoen pro Stunde hat. Diese sollten mindestens 10 Sekunden lang sein.

Manchmal reichen die Tests jedoch nicht aus, um eine eindeutige Diagnose aufzustellen.

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Handyapps sind eine günstige Möglichkeit, um einen ersten Überblick über die eigenen Schlafgewohnheiten zu gewinnen – ein Ersatz für ein Schlaflabor sind sie jedoch nicht, weil weniger genau.

Dann kann der Arzt Sie zu einem Schlaflabor überweisen, wo weitere Tests durchgeführt werden.

Tipp: Sie können Ihren Schlaf auch selbst überwachen und z.B. Atemaussetzer über das Mikrofon Ihres Handys aufnehmen.

Allerdings: Ein Ersatz für eine professionelle Diagnose sind solche Schnarch-Apps nicht. Gehen Sie im Zweifel immer zum Arzt (und nehmen Sie die Aufzeichnungen über Ihren Schlaf am besten mit).

Welche Faktoren können eine Schlafapnoe begünstigen?

Es gibt einige Risikofaktoren, die zu einer Schlafapnoe führen können. Diese zu vermeiden erhöht Ihre Chancen immens, keine OSAS (obstruktives Schlafapnoe Syndrom) zu entwickeln.

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Achten Sie auf die Risikofaktoren – je mehr Sie besitzen, desto größer ist die Gefahr, an einer Schlafapnoe zu erkranken.

Umgekehrt können Sie natürlich auch achten, welche Faktoren bei Ihnen auftreten – und so zumindest ein Gefühl dafür bekommen, wie wahrscheinlich eine Schlafapnoe auftritt.

Adipositas

Übergewicht ist ein großer Risikofaktor für alle möglichen Erkrankungen.

  • Ein zu großes Körpergewicht führt zu einer enormen Belastung des Brustkorbs beim Atmen, vor allen Dingen im Schlaf.
  • Je mehr Gewicht auf die Atemwege drückt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit für Atemaussetzer.

Von leichtem Übergewicht spricht man, wenn der BMI höher als 25 ist.

Behinderung der Nasenatmung

Polypen und eine chronische Rhinitis machen eine Nasenatmung schwierig. Aber auch eine anatomische Fehlstellung der Nasenscheidenwand kann zu einer OSAS führen.

Vergrößerte Rachenmandeln

Entzündete Rachenmandeln bei Kindern behindern die Nasenatmung immens und machen diese fast unmöglich.

Erschlaffte Rachenmuskulatur

Eine erschlaffte Rachenmuskulatur kommt durch genetische Veranlagung.

Alkoholkonsum

Starker und regelmäßiger Alkoholkonsum sorgt für eine Störung im Atemzentrum im Gehirn.

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Drogen

Auch Drogen wie Ecstasy, Heroin, Kokain und andere erniedrigen die Aktivität des Atemzentrums.

Schlafmittel

Beruhigungs- und Schlafmittel verringern die Atemfrequenz.

Fehlbildungen des Unterkiefers

Dabei handelt es sich um eine angeborene anatomische Fehlstellung des Unterkiefers.

Vergrößerte Weichteile

Eine überdurchschnittlich große Zunge (Akromegalie) sorgt für eine starke Einschränkung bei der Atmung.

Genetische Erkrankungen

Menschen mit genetischen Erkrankungen wie etwa das Marfan-Syndrom oder Trisomie 21 leiden häufig auch an Schlafapnoen.

Leben in großen Höhen

Die Sauerstoffsättigung der Luft sinkt mit zunehmender Höhe. Bei manchen Menschen hat dies eine OSAS zur Folge.

Medikamente für die Atemwege

Manche chronisch eingenommenen Medikamente haben eine OSAS als Nebenwirkung.

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Eine Schlafmaske ist bei den meisten Fällen sehr wirksam. Mehr dazu lesen Sie hier im Hauptratgeber zur Schlafpnoe.

Idiopathisch

Nicht immer muss eine genetische Veranlagung oder ein Risikofaktor präsent sein, um eine Schlafapnoe zu begünstigen.

Bei vielen Menschen tritt diese ohne ersichtlichen Grund auf. Man spricht dann von einer idiopathisch ausgelösten Schlafapnoe.

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