Zucken beim Einschlafen

Sind Zuckungen während des Schlafens normal? Hier erfahren Sie alles wichtige - und lernen ein paar einfache Maßnahmen kennen, die gegen das Zucken helfen.

Nach einem anstrengenden Tag liegen Sie endlich im Bett. Sie fühlen sich total entspannt und gleiten langsam in den Schlaf hinüber.

Irgendwie scheint Ihr Körper jedoch noch nicht mit dem Tag fertig zu sein.

  • Denn plötzlich geht es los mit dem Zucken unter der Bettdecke.
  • Da kann es schon mal vorkommen, dass der eigene Partner etwas abbekommt.

Einem selber gefällt das mit Sicherheit auch nicht: Oft treten gleichzeitig aufwühlende Traumsequenzen auf. Mit einem Schrecken werden wir dann aus dem Schlaf gerissen.

Bei sehr vielen Menschen treten in der Nacht überraschenden Bewegungen auf. Meist ist das nur für einen kurzen Moment unangenehm, in einigen Fällen sorgt das aber auch für Schlafmangel.

zuckungen beim schlafen
Das Gefühl des Herunterfallens oder vergleichbare Zuckungen treten vor allem in der Einschlafphase auf.

Welche Ursachen am häufigsten sind und mit welchen Methoden Sie sich helfen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was Sie über Zuckungen wissen sollten

Das Gefühl des Zuckens beim Schlafen ist eine sehr alltägliche Erscheinung.

Viele Menschen, die das erleben, sind sich dessen nicht einmal bewusst.

  • Dabei gibt es dafür sogar einen medizinischen Namen: (Schlaf-)Myoklonien.
  • Der Begriff bezeichnet beim Einschlafen und im leichten Schlaf auftretende Muskelzuckungen in den Armen und Beinen.

Oft reichen diese Schlafzuckungen bereits, um aufzuwachen oder für Durchschlafstörungen zu sorgen. Manchmal ist hingegen auch der eigene Bettpartner der Leidtragende.

Zumeist treten diese Erscheinungen während der ersten Phasen des Schlafes auf.

Sind Zuckungen beim Einschlafen gefährlich?

Im Normalfall müssen Sie sich keine Sorgen, wenn bei Ihnen hin und wieder Zuckungen beim Einschlafen auftreten.

Es kann sich einfach nur um periodisch auftretende Bewegung von Gliedmaßen handeln (die der Körper unbewusst regt, um sich zu entspannen).

Schlafzuckungen zum entspannen
Bewusst lösen wir Verspannungen oft mit Strecken – unbewusst löst unser Körper sie oft mit Zuckungen.

Neben den Muskeln in Armen und Beinen beklagen sich viele Patienten auch über unwillkürliche Kopfbewegungen. Dabei kommt es besonders zu Kopfrollen oder Kopfwerfen.

  • Manchmal kann das Zucken beim Einschlafen aber auch ein Symptom einer breiten Paletten von gesundheitlichen Problemen sein.
  • Darunter fallen beispielsweise sehr ernsthafte Krankheiten wie Multiple Sklerose und Parkinson.

Daher: Bei stärkerem Auftreten des Zucken über einen längeren Zeitraum hinweg – vor allem aber, wenn Sie sich gestört fühlen – sollten Sie dies von Ihrem Arzt überprüfen lassen.

Zwar lassen sich nicht alle unwillkürlichen Muskelbewegungen vorbeugen, aber es gibt einige Techniken, die Ihnen helfen beim Einschlafen ruhig zu bleiben.

Davor will ich aber noch kurz auf ein paar allgemeine Informationen eingehen, die für das Verständnis von Muskelzuckungen beim Einschlafen nützlich sind.

Warum zucken wir beim Einschlafen?

Die klinische Bezeichnung für dieses plötzliche und unfreiwillige Zusammenziehen der Muskeln ist Myoklonus.

zuckungen auslöser
Die Zuckungen beim Einschlafen werden teilweise auch durch äußere Umstände – z.B. Licht oder Lärm – ausgelöst.
  • Weil diese Zuckungen meist während leichter Phasen des Schlafens oder beim Einschlafen auftreten, kann es sein, dass Sie und Ihr Schlafpartner gar nichts davon mitbekommen.
  • Manchmal kann die Bewegung sehr stark sein oder so oft auftreten, dass es schwer ist, das Zucken zu ignorieren. Die Ursachen dafür sind nicht vollständig erforscht bzw. Noch nicht bekannt.

Kurz gesagt: Viele Forscher sind der Meinung, dass eine übermäßige Reaktion im Gehirnbereich, der die Kontrolle der Muskelbewegung steuert, dafür verantwortlich ist.

Oft lösen Licht, Geräusche oder andere Stimuli wie Alkohol am Abend oder eine Berührung während des Schlafs so eine Reaktion aus.

Tipp: Lärmschutzvorhänge sorgen für zusätzliche Stille im Schlafzimmer – und dunkeln meist auch hervorragend ab.

Andere Ursachen

Nicht immer wenn Sie sich nachts bewegen sind das Muskelbewegungen. Manchmal sind auch Krämpfe oder Spasmen die Auslöser.

Gerade beim Einschlafen kann es dazu kommen. Schuld daran ist beispielsweise ein Muskelkater, wenn die Muskeln untertags stark beansprucht worden sind.

spätes training & schlaf
Auch wenn Zuckungen durch (zu viel) Sport & Muskelkater verursacht werden können – auf lange Sicht hilft Training dagegen.

Besonders häufig kann das auch bei zu spätem Sport vor dem Schlafen der Fall sein.

  • Außerdem treten Zuckungen bei Diabetes, Arthritis und Schilddrüsenerkrankungen auf.
  • Übrigens kann es auch in der Schwangerschaft vermehrt zu Bewegungen der Muskeln kommen.

Aber auch durch Nervenschäden während einer Krebsbehandlung kann es zu unwillkürlichen Muskelzuckungen kommen.

Schlafbedingte Auslöser

Ganz nebenbei können auch schlafbezogene Gesundheitsbeschwerden die Ursache nächtlicher Zuckungen sein.

Dazu gehört die “Periodische Gliederbewegungsstörung” und das “Restless leg syndrome”.

  • Bei der periodischen Gliederbewegungsstörung treten Probleme im Nervensystem auf. Es kommt zu zuckenden und ruckartigen Bewegungen der Beine oder Arme beim Schlafen. Oft betrachten Menschen dies nicht als ernsthaftes Gesundheitsproblem betrachtet. Die Störung kann jedoch sehr wohl zu Schlaflosigkeit führen.
  • Das Restless leg syndrome (RLS) gilt als schwerere neurologische Störung. Die Menschen leiden dabei an unbequemen Gefühlen in den Beinen. Manchmal hilft das Bewegen der Muskeln, um die Gefühle abzuschütteln. Weil die Symptome sich beim Hinlegen verstärken, haben viele Patienten Probleme beim Einschlafen.

Zur Erinnerung: Haben Sie große Probleme mit Muskelzuckungen oder fühlen sich stark gestört davon, sollten Sie in jedem Fall Ihren Arzt aufsuchen, um ernste Erkrankungen auszuschließen.

Was hilft bei Zuckungen beim Einschlafen?

Während Sie bei einer Krankheit, wie dem “Restless leg syndrome”, Medikamente bekommen, lassen sich gewöhnliche Zuckungen beim Einschlafen oft nicht so klar behandeln.

medikamente schlafen

In den meisten Fällen ist es jedoch ohnehin besser, nicht sofort zu Medikamenten zu greifen.

Versuchen Sie es zuerst mit diesen einfachen Tipps und überprüfen Sie über einen längeren Zeitraum hinweg, ob sich Symptome verändern:

Verzichten Sie auf Koffein

Ziehen Sie jetzt gerade die Augenbraue hoch? Die meisten Menschen können einfach nicht auf Ihre Tasse Kaffee verzichten.

Fakt ist: Muskelbewegungen können auch durch zu viel Koffein ausgelöst werden. Natürlich ist ein direkter Zusammenhang oft schwer nachzuweisen.

Kaffee schlechter schlafen
Schlechte Angewohnheiten & fehlende Schlafhygiene führen langfristig zu Problemen in der Nacht.

Forscher haben jedoch mit großer Sicherheit festgestellt, dass der Genuss von Koffein nicht nur für Zahnverfärbungen sorgt, sonder sich auch mit der periodischen Gliederbewegungsstörung verbinden lässt.

  1. Ganz sicher lohnt es sich bei Schlafproblemen versuchsweise auf Koffein zu verzichten.
  2. Beobachten Sie ein paar Tage, wie das Ihnen und Ihrem Körper bekommt.
  3. Sie werden staunen, welche Auswirkungen das auf Ihr Schlaf und Wachgefühl hat!

Tipp: Ersetzen Sie den schwarzen Kaffe am besten durch einen Schlaf- & Beruhigungstee.

Treiben Sie Sport

Menschen, die sportlich sind und ein aktives Leben führen, haben weniger Probleme mit dem Schlafen.

Faszienroller im Vergleich

  • Verschiedene Studien zeigen auch, dass sportliche Betätigung während des Tages hilft, Muskelzuckungen während des Schlafens zurückzuhalten.
  • Ihr Körper ist weniger angespannt und es kommt deshalb seltener zu unbewussten Zuckungen (die Verspannungen lösen sollen).

Ob Sie nun eine intensive Trainingseinheit im Fitnesscenter einlegen, einen Faszienroller zum Wegmassieren von Verspannungen benutzen oder während Ihres Tages viel Gehen – jede Art von Bewegung hilft.

Sport kann der Schlüssel zum Lösen von vielen Schlafproblemen und z.B. auch bei anderen Beschwerden wie Schulterschmerzen nach dem Aufwachen sein.

Tun Sie Ihren Muskeln etwas Gutes

Manchmal müssen Sie gar nicht mehr tun, sondern es sich einfach gut gehen lassen!

  • Ein warmes Bad vor dem Schlafen gehen entspannt nicht nur die Muskeln, sondern stimmt Sie auch optimal aufs Bett ein.
  • Auch Yoga oder autogenes Training vor dem Einschlafen helfen dabei, den Körper zur Ruhe kommen zu lassen.

Tipp: Auch eine sanfte Massage an den betroffenen Stellen kann hilfreich sein. Übertreiben Sie es jedoch nicht und üben Sie nur leichten Druck aus, um die Muskeln nicht zu belasten.

Besserer Schlaf beeinflusst das allgemeine Wohlbefinden

Es lohnt sich, ein bisschen über die eigenen Schlafgewohnheiten nachzudenken.

Das hilft nicht nur bei Zuckungen, sondern auch beim Verbessern der restlichen Gesundheit.

schlafen fördert die gesundheit

Egal ob Tagesmüdigkeit, gestörte Schlafphasen oder starkes Schwitzen in der Nacht: Wenn der Schlaf gestört ist, dann leidet der ganze Körper darunter.

Investieren Sie deshalb in Ihre Gesundheit und überlegen Sie sich, wie Sie Ihren Schlaf noch erholsamer machen können (die meisten von uns haben hier noch einiges an Nachholfbedarf.

Weiter unten verlinke ich noch weitere Ratgeber, hier nur ein paar Vorschläge: Probieren Sie es doch einmal mit regelmäßigem Mittagsschlaf, einem passenden Kopfkissen oder der richtigen Schlafposition.

Ihr Baby zuckt beim Einschlafen?

Wie bei uns Erwachsenen können Zuckungen zur Schlafenszeit auch bei Babys oder Kindern auftreten.

  • Gerade bei Babys ist das eine unangenehmen Erfahrung und kann die Eltern verängstigen.
  • Zumeist sind diese Erscheinungen jedoch ganz normal und kein Grund sich Sorgen zu machen.

Dabei können sogar Krämpfe auftreten, die an einen Anfall erinnern.

baby zuckt beim Einschlafen
Beobachten Sie Zuckungen während des Einschlafens bei Ihrem Baby ganz genau.

Besonders ausschlaggebend ist dabei: Wann treten diese Zuckungen auf?

Kommt das Zucken lediglich in der Nacht oder beim Schlafen vor und hört danach sofort auf ist dies ein Anzeichen, dass es sich lediglich um harmlose Myoklonien handelt.

Gründe dafür sind:

  • Das Nervensystem von Babys ist noch nicht so ausgereift.
  • Ihre Bewegungen sind während des Schlafens sogar noch unkonditionierter als bei Tag.

Hinweis für einen echten Anfall sind abnormale Augenbewegungen, die zusammen mit den Zuckungen auftreten. Hat Ihr Baby Probleme zu atmen oder dauert der Anfall länger als 5 Minuten sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Natürlich sollten Sie bei Zweifeln immer einen Facharzt aufsuchen (der kann Probleme weit besser diagnostizieren als jeder Ratgeber im Internet).

Das wichtigste zusammengefasst:

Zuckungen während des Schlafens oder beim Einschlafen sind völlig normal und sollten Ihnen zurecht keine Sorgen bereiten.

Vor allem wenn das Zucken nur sehr selten auftritt und Sie nicht in Ihrer Nachtruhe stört.

Bedenken Sie dabei: Klären Sie auch mit Ihrem Partner ab, ob er sich gestört fühlt. Falls Ihnen die nächtlichen Zuckungen unheimlich sind oder Sie über einen längeren Zeitraum hinweg Probleme haben, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt beraten.

Schlusswort

Gerne können Sie auch noch den anderen Rubriken stöbern und erfahren, mit welchen Maßnahmen Sie Ihren Schlaf verbessern können:

besserer schlaf mindert zuckungen
Sorgen Sie für ausreichend Schlaf & regelmäßige Schlafphasen – sie beeinflussen das Wohlbefinden enorm.
  1. In der Kategorie Schlafzimmer gibt es hilfreiche Tipps, wie Sie Ihr Schlafzimmer optimal einrichten.
  2. In der nächsten Rubrik finden Sie mehr Informationen zu häufigen Schlafproblemen & Schlafstörungen.
  3. Aktuelle Untersuchungen erklären wir (für alle verständlich) in der Kategorie zu Schlafforschung.
  4. Allgemeine Tipps & Strategien für eine gesunde Nachtruhe erfahren Sie hier: Besser Schlafen.

Ich hoffe, dass dieser Artikel zum Thema Zuckungen beim Schlafen hilfreich für Sie war.