Schlaf bei Babys & Kindern – So fördern Sie ihn richtig

Ausreichend Schlaf ist vielleicht der wichtigste Bestandteil bei der Entwicklung Ihres Kindes. Hier erfahren Sie, wie er das Wachstum beeinflusst & wie Sie ihn bestmöglich fördern können.

In diesem Artikel gehe ich nicht nur auf die optimale Schlafdauer bei Kindern ein, sondern beschreibe auch, warum er so wichtig fürs Wachstum ist.

  • Außerdem gehe ich noch näher auf ein paar praktische Tipps ein, mit denen Sie regelmäßigen Schlaf bei Ihrem Kind fördern können.
  • Zum Abschluss gibt‘s noch einen kleinen Überblick zu den verschiedenen Schlafphasen bei Babys & Kindern.

Springen Sie einfach zu dem Kapitel, welches Sie am meisten interessiert – oder lesen Sie alles von oben nach unten. Sämtliche Informationen sind interessant.

Schlaf bei Kindern – Wieso ist er so wichtig?

Der Schlaf ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens.

Während wir schlafen, erholt sich der Körper und sorgt dafür, das lebenswichtige Prozesse aufrechterhalten werden und funktionieren können.

nachtruhe kinder

Für Babys und Kinder ist er besonders wichtig. Er trägt wesentlich zur gesunden Entwicklung bei.

Funktionen des Schlafes

Über die genauen Funktionen wissen die Schlafforscher bis heute noch nicht eindeutig Bescheid. Seit jeher arbeiten Wissenschaftlicher daran, den menschlichen Schlaf genauer zu erforschen.

Einiges wurde allerdings schon bewiesen. Im Wesentlichen erfüllt Schlaf bei Kindern 3 wichtige Aufgaben:

Schlaf macht größer

Im Schlaf steigt die Ausschüttung von Wachstumshormonen an, bis diese das Tagesmaximum erreichen.

Kinder wachsen am stärksten, während sie eine gesunde Portion Schlaf bekommen.

Studien haben bewiesen, dass Kinder, die einen geregelten und gesunden Schlafrhythmus haben, im Durchschnitt größer sind.

Schlaf macht gesünder und schöner

Das Abwehrsystem wird gestärkt, während Kinder schlafen, denn dabei schüttet der Körper ganz besonders viele Abwehrstoffe aus.

Forscher haben herausgefunden, dass Kinder mit einem gesunden Schlafzyklus weniger oft krank sind.

schlaf hilft entwicklung von kindern
Schlaf hilft Kindern bei ihrer Entwicklung.

Leiden Kinder an chronischen Schlafstörungen, so können Sie das meistens auch optisch sehen: Die Augen wirken geschwollen und müde, dunkle Ringe darunter sind zu sehen.

Die Haut wirkt blass und kränklich (denn im Schlaf erneuert sich normalerweise die Haut).

Schlaf macht schlauer

Das Gehirn erholt sich in der Schlafphase. Das Gelernte des Tages wird verarbeitet und sortiert.

  • Schlafmangel führt demnach dazu, das Konzentrations- und Lernschwäche auftritt.
  • Deshalb sind mindestens sechs Stunden Nachtruhe notwendig, um einen guten Lernerfolg zu gewährleisten.

Deshalb ist es oft wesentlich effektiver, vor einer Prüfung ausreichend zu schlafen, als sich die Nacht mit Lernen um die Ohren zu schlagen.

Hinweis: Die optimale Schlafdauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bekommen wir zu wenig, dann leidet jedoch unser Gehirn darunter.

Der Schlafbedarf von Kindern

Je älter die Kleinen werden, desto eher sinkt der tägliche Schlafbedarf. Sie können sich an dieser Tabelle orientieren:

AlterSchlafbedarf pro Tag
< 3 Monate14 – 17 h
4 – 11 Monate12 – 15 h
1 – 2 Jahre11 – 14 h
3 – 5 Jahre10 – 13 h
6 – 13 Jahre9 – 11 h
14 – 17 Jahre8 – 9 h

Schlafen Kinder gleichen Alters immer genauso lang?

Nein, denn wie bei jedem anderen Menschen sind auch Kinder ganz individuell.

Die Schlafenszeit unterscheidet sich manchmal sogar erheblich, was auf die Genetik und die angewöhnte Schlafroutine zurückzuführen ist.

Hier ist es besonders wichtig, auf die Signale zu achten, die der Körper Ihres Kindes aussendet.

schlaf beim baby

Wacht Ihr Kind z.B. quängelig und launisch auf?

Versuchen Sie in so einem Fall, die Schlafenszeit am Abend ganz genau einzuhalten.

Wenn es hingegen voller Energie und Tatendrang am Morgen ist, machen Sie alles richtig und die Schlafroutine ist super!

Kleine Nickerchen zwischendurch – ist das für mein Kind gesund?

Ja! Anders als Erwachsene, schlafen Babys & Kinder bis zu 17 Stunden am Tag. Natürlich nicht am Stück, sondern über den Tag verteilt.

  • Und das ist auch gut so, denn Kinder brauchen diese Menge an Schlaf, um gesund aufwachsen zu können.
  • Haben Sie eine feste Schlafroutine für Ihr Kind, damit sich dessen biologische Uhr danach stellen kann.

Führen Sie das kleine Nickerchen „zwischendurch“ vielleicht am Mittag und nochmal am Abend ein.

Wenn Ihr Kind jünger als ein Jahr ist, wird es für etwa zwei Stunden sein Nickerchen halten.

Bei Kindern, die älter sind als ein Jahr sollten Sie darauf achten, das diese nicht länger als eineinhalb Stunden schlafen, da sonst Einschlafprobleme am Abend die Folge sind. Wecken Sie Ihre Kleinen ruhig sanft auf.

Den Schlafrhythmus anpassen

Natürlich können Sie versuchen, die Schlafenszeiten anzupassen:

  • Wenn Sie merken, das Ihr Kind abends nicht richtig müde ist, können Sie z.B. den Mittagsschlaf verkürzen Sie. Oder probieren, das Nickerchen gleich ganz wegzulassen.
  • Problematisch könnte es mit der Mittagsschlafroutine in der Kita werden. Wenn Ihr Kind Zuhause keinen Mittagsschlaf mehr braucht, können Sie das Gespräch mit den Erziehrinnen suchen.

Diese werden Ihr Kind dann anderweitig beschäftigen, während die anderen schlafen.

So helfen Sie Ihrem Kind beim Schlafen

Kinder gewöhnen sich (oft unbewusst) an bestimmte Schlafrituale.

Wenn es oft in Ihren Armen einschläft, während der Fernseher im Hintergrund läuft, so wird es auch mitten in der Nacht die gleiche Routine von Ihnen verlangen.

Falls Sie dann keinen Fernseher zur Hand haben, dann schläft Ihr Kind oft nur sehr schwer wieder ein – trotz genügend elterlicher Fürsorge.

Versuchen Sie deshalb, eine neutrale Umgebung für die Schlafenszeit auszuwählen – wie etwa das eigene Kinderzimmer.

Tipp: Hier erfahren Sie, wie Sie Schlafzimmer für optimale Nachtruhe einrichten.

Stille & Routinen sind förderlich

Meiden Sie Störgeräusche so gut es geht (z.B. mit Lärmschutzvorhängen).

kopfkissen für kinder

Auch eine spezielle Decke oder ein ganz besonderes Kopfkissen helfen beim Einschlafen.

Führen Sie ein liebevolles Schlafritual ein, bei dem Sie eventuell damit anfangen, Ihrem Kind eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen, am Besten im eigenen Kinderbett.

  • Enden könnten Sie die Routine mit einem liebevollen Gute-Nacht-Kuss.
  • Lassen Sie es nicht einfach allein und wenn es vor Angst schreit, seien Sie da.

Denn Angst führt zu einem Stresszustand, in welchem es zur Ausschüttung von Stresshormonen kommt. Dies hat negative Folgen auf den Körper und beeinträchtigt die Fähigkeit, einzuschlafen und sich zu erholen.

Sie werden sehen, Ihr Kind wird schnell lernen, alleine einzuschlafen. Sie müssen Ihm nur ein wenig dabei helfen.

Kurz: Geben Sie Ihrem Kind ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit.

Warum ist mein Kind so viel früher wach als ich?

Jeder, der Kinder hat, kennt es: morgens ab fünf stürmen die Kleinen ins Zimmer der Eltern und sind putzmunter und bereit für den Tag.

Dies hat oft Schlafmangel bei den Erwachsenen zur Folge. Aber wieso?

  • Weil Kinder viel früher ins Bett gehen, und meistens einige Mittagsschläfchen zwischendurch machen, sind sie dementsprechend auch früher ausgeschlafen als ihre Eltern.
  • Der Versuch, die Kinder wieder zum Schlafen zu bewegen scheitert frühmorgens ohnehin meistens. Setzen Sie also lieber auf andere Zubettgeh-Zeiten.

Ab einem gewissen Alter können Sie den Kleinen beibringen, die Eltern nicht mehr zu unchristlichen Zeiten zu wecken, und stattdessen etwa anderes zu machen (zum Beispiel die Lieblingskinderserie im Fernsehen verfolgen?).

Typische Schlafprobleme bei Kindern

Im Laufe der Kindheit schlafen die wenigsten Kinder regelmäßig & ohne Probleme durch.

Hier erfahren Sie, was Sie bei häufig auftretenden Schlafproblemen unternehmen können (und wann Sie besser einen Arzt aufsuchen sollten).

schlafstörungen kinder
Unregelmäßiges Schlafen bei Kindern bekommen Sie häufig mit ein paar hilfreichen Tipps in den Griff.

Das Kind wacht nachts auf

Bei Kindern, die jünger sind als vier Jahre, kommen Schlafprobleme am häufigsten vor.

  • Ursachen des häufigen Aufwachens können zum Beispiel Angst oder Angespanntheit sein.
  • Schauen Sie genau hin: Ist Ihr Kind am Morgen unausgeglichen und sehr müde?

Versuchen Sie beim Einschlafen dabei zu sein. Wacht Ihr Kind nachts auf? Lassen Sie ein Babyfon im Kinderzimmer und seien Sie da.

Wenn Ihr Kind Angst hat, wird es nur sehr schwer alleine wieder einschlafen können.

Je älter es wird, desto mehr wird es sich daran gewöhnen, selbstständig wieder einschlafen zu können. Seien Sie geduldig und machen Sie keinen Druck.

Kinder testen Ihre Grenzen aus

Ihr Kind ist nicht ängstlich, sondern möchte seine Grenzen Ihnen gegenüber austesten.

  • Oft möchte es dann im Bett noch etwas essen oder trinken.
  • Mit vielen Tricks versucht es, das zu Bett gehen hinauszuzögern.

Seien Sie liebevoll aber bestimmt. Haben Sie klare Regeln zu Essens- und Schlafenszeiten.

Halten Sie Ihr abendliches Schlafensritual ein. Konsequenz ist der Schlüssel zum Erfolg!

Tipp: Möglicherweise hilft ein Schlafritual, z.B. ein kleiner Schluck Schlaftee.

Ihr Kind denkt abends zu viel nach

Wird das Gehirn durch Gedanken stimuliert, fällt das Einschlafen sehr schwierig.

Macht sich Ihr Kind wegen irgendetwas Sorgen, wird es häufig die halbe Nacht wachliegen. Kommunizieren Sie deshalb während des Tages mit ihm.

Versuchen Sie, schon beim Mittagessen danach zu fragen, wie der Tag Ihres Kindes heute so gelaufen ist.

Vermeiden Sie es, diese Gesprächsthemen vor dem Schlafengehen anzusprechen, ansonsten werden die Sorgen mit dem Schlafen assoziiert.

Chronischer Schlafmangel ist gefährlich

Wenn Ihr Kind an chronischem Schlafmangel leidet, kann dieses zu gesundheitlichen Problemen führen.

wenig schlaf gesundheitsprobleme
Zu wenig Schlaf führt über die Jahre zu Gesundheitsproblemen.

Zum Beispiel wird es viel häufiger krank, da das Immunsystem durch ungleichmäßigen Schlaf geschwächt wird.

  • Aber auch das Risiko, an anderen Krankheiten zu erkranken steigt mit zunehmendem Schlafentzug.
  • Übergewicht, Diabetes Mellitus und Herz-Kreislauf-Beschwerden werden damit in Verbindung gebracht.

Allgemein wird die Entwicklung Ihres Kindes beeinträchtigt und zwar nicht nur in körperlicher (kleinere Statur), sondern auch in psychischer und emotionaler Hinsicht.

Psychische Krankheiten und emotionale Unausgeglichenheit können aus ständiger Müdigkeit resultieren.

Chronisch zu wenig (oder zu viel Schlaf) kann aber auch Folge einer Krankheit sein.

Konsultieren Sie im Zweifel auf jeden fall einen Arzt, um Langzeitschäden zu vermeiden.

Die Schlafphasen bei Kindern

Um Schlafprobleme besser zu verstehen, ist es sinnvoll, die verschiedenen Schlafphasen kennen zu lernen.

Wie auch bei Erwachsenen, durchlaufen Kinder im wesentlichen ebenfalls vier Phasen, bevor sie in den REM-Schlaf übergehen.

schlaf bei kindern

Zum Abschluss gehe ich an dieser Stelle noch genauer auf die einzelnen Phasen ein:

Phase I: Der leichte Schlaf

Die Wahrnehmung der Umgebung wird langsam aber stetig getrübt, bis sie schließlich nicht mehr wahrgenommen werden kann. Es kommt allmählich zur Muskelentspannung.

Phase II: Der Körper entspannt sich

Diese Phase wird im Laufe der Nacht immer länger und macht vom gesamten Schlaf etwa 50% aus. Die Muskelfasern sind nach wie vor entspannt.

Wenn in dieser Phase überhaupt geträumt wird, dann handelt es sich um besonders realitätsnahe Träume.

Phase III: Der Übergang in den Tiefschlaf

Langsam macht sich der Körper bereit, in die erholsamste Phase des Schlafes einzutauchen: dem Tiefschlaf. Die Muskelentspannung lässt weiter nach.

Phase IV: Der Tiefschlaf

Wie der Name bereits sagt, befindet sich das Kind in dieser Phase in einem besonders tiefen Schlaf. Atem- und Herzfrequenz sind niedrig, ebenso wie der Puls.

Wird es jetzt geweckt, ist es normal, dass es verschlafen und verwirrt reagiert. Phänomene wie das Schlafwandeln und das Sprechen im Schlaf können auftreten.

Diese Phase ist besonders wichtig für das Immunsystem. Die Ausschüttung von Abwehrstoffen wird eingeleitet.

Der REM-Schlaf

REM steht für „Rapid Eye Movement“. Diese Phase ähnelt sehr dem ersten Stadium, ist jedoch begleitet von gelegentlichen schnellen Bewegungen des Augapfels.

Der Träumende erlebt seine Träume wesentlich intensiver und lebendiger. Meistens kann man sich an Träume aus der Phase sehr gut erinnern.

Die Skelettmuskulatur ist maximal entspannt – ein Schutzmechanismus, der dafür sorgt, dass man sich im Schlaf nicht selbst verletzen kann, während man lebendige Träume durchlebt.

Atem- und Herzfrequenz sowie auch der Puls steigen merklich an. Es besteht eine wesentliche Verbindung zwischen REM-Schlaf und der Reifung des zentralen Nervensystems im Kindesalter.

Im Gegenzug zu Erwachsenen verbringen kleine Kinder die meiste Zeit im REM-Schlaf.

Schlusswort

Ich hoffe, dieser Überblick hat Ihnen geholfen und Sie wissen mehr darüber, wie wichtig Schlaf für die kindliche Entwicklung ist (und warum Sie ihn unbedingt fördern sollten).

Gerne können Sie auch noch weiter auf dieser Seite stöbern und auch sich selbst etwas Gutes tun.

  • Möglicherweise wollen Sie mehr darüber erfahren, was Sie bei der Auswahl eines gemütlichen Kissen beachten sollten.
  • Oder Sie wollen einfach nur herausfinden, wie Sie besser schlafen und sich einige Stunden der Ruhe gönnen
  • Möglicherweise leiden sie aber viele deutsche unter verschiedenen Schlafstörungen, die das Wohlbefinden drücken.

Springen Sie einfach zu dem Punkt, der Ihnen am interessantesten erscheint. Gerne können Sie auch noch folgende Seiten besuchen, auf die ich während meiner Recherchen zum Thema Schlaf bei Kindern gestoßen bin:

https://www.babycenter.de/a9638/den-schlaf-ihres-kindes-verstehen

https://www.baby-und-familie.de/Schlaf/Wie-viel-Schlaf-brauchen-Kinder-519955.html

Vielen Dank fürs Lesen. Bitte empfehlen Sie diese Seite auch an andere weiter.