Warum wir nicht ohne Kissen schlafen können

Wir alle nutzen sie täglich zum Schlafen und schenken ihnen kaum Beachtung: Kopfkissen. Doch warum nutzen wir sie überhaupt? Und was würde passieren, wenn wir auf sie verzichten? Ein Überblick zur Geschichte des Kopfkissens.

Wir lieben es, uns nach einem stressigen Tag ins weiche Kissen fallen zu lassen. Es stützt den Kopf und ermöglicht bequemes & entspannendes Schlafen.

Wahrscheinlich können Sie sich gar nicht mehr vorstellen, ohne die weichen Helfer zu schlafen. Doch seit wann benutzen wir Menschen überhaupt solche Kissen und seit weshalb liegen wir nicht einfach flach auf dem Boden?

Warum wir Menschen die Kissen benötigen

Ein Kopfkissen stützt uns während des Schlafes und ermöglicht es, den Körper besser zu entspannen. Höchstwahrscheinlich haben schon unsere Vorfahren ihren Kopf während der Nacht auf Gebüsch oder sonstige Stützen gelegt.

Selbst einige Affenarten nutzen Grasbüschel & Stöcke, um ihren Kopf abzustützen. Es ist daher wahrscheinlich, dass wir Menschen aus anatomischen Gründen zu den Kopfkissen greifen.

Seit wann die Menschheit Kopfkissen nützt

Die Wissenschaft geht davon aus, dass die 1. Kopfkissen vor rund 9000 Jahren in Mesopotamien (heutiger Irak) genutzt wurden (Quelle).

  • Allerdings waren die Kissen nur für die reichsten Mitglieder der Gesellschaft gedacht – einfache Menschen konnten sich diesen Luxus damals noch nicht leisten.
  • Ähnlich war es bei den alten Ägyptern – allerdings hatten die Kissen im Altertum fast nichts mit unseren heutigen, weichen Daunenkissen gemeinsam.
  • Die antiken „Kissen“ glichen harten Kopfstützen, über die im besten Fall etwas Wolle gespannt war. Auch die Chinesen hatten Kopfstützen aus Holz und anderen Materialien wie Porzellan.

Falls Sie schon beim Gedanken daran Nackenverspannungen bekommen, dann sind sie nicht alleine.

Umso erstaunlicher ist es, dass moderne Daunenkissen eine recht neue Erfindung sind. Erst im Mittelalter & der Neuzeit setzten sich die weichen Kissen schrittweise in der ganzen Bevölkerung durch.

Im Vergleich zu den harten Kopfstützen aus Holz bringen die heutigen Daunenkissen sicherlich deutliche Vorteile, oder?

Kopfkissen stützen den Körper
Können Sie sich noch eine Nacht ohne weiche Kissen vorstellen?

Moderne Kissen sind bequemer – aber sind sie auch gesünder?

In der Wissenschaft gibt es zahlreiche Untersuchungen zu den modernen Schlafgewohnheiten – allerdings ist noch immer nicht vollständig geklärt, ob wir Menschen tatsächlich ein Kopfkissen benötigen.

Weiche Kopfkissen sind zweifellos bequemer, doch manche Experten zweifeln an den gesundheitlichen Vorteilen:

  • Ein gesunder, trainierter Körper benötige die Stütze gar nicht – jedenfalls, wenn Sie auf dem Rücken schlafen.
  • Ein dünnes Kissen macht eventuell Sinn, in Japan bestehen die Kopfablagen z.B aus härterem Material als bei uns.

Einige Experten haben jedoch eine andere Meinung dazu:

  • Die wenigsten Menschen besitzen aufgrund des modernen Lebenswandels eine wirklich gerade Haltung und müssen daher im Schlaf gestützt werden.
  • Viele haben sich inzwischen auch ans Schlafen auf der Seite oder auf dem Bauch gewöhnt – hier sollte ein stützendes Kissen Verwendung finden.

Die Befürworter von Kissen argumentieren, dass sich der Durchschnittsmenschen weit vom Lebenswandel unserer Vorfahren entfernt hat.

Zivilisationskrankheiten, fehlendes Training und schlichtweg Gewöhnung an die weichen Kissen – all das sind Gründe dafür, warum die meisten von uns ein passendes Kissen für gesunden Schlaf benötigen.

Diesen Punkt können übrigens auch die Kissengegner nachvollziehen.

Was heißt das für Sie persönlich?

Wenn die Schlafforscher uneinig sind, hilft meistens nur individuelles Ausprobieren.

  • Ganz unabhängig von den gesundheitlichen Vorteilen werden sie mit einem weichen Kissen war steinig besser schlafen als ohne – schließlich sind Sie es seit ihrer Kindheit gewohnt.
  • Falls Sie nicht auf dem Rücken schlafen, dann benötigen Sie ohnehin ein Kissen, um den Kopf abzustützen und die Wirbelsäule während der Nachtruhe zu entlasten.

Machen Sie den Test:

Legen Sie sich mit dem Rücken auf den Boden und rasten Sie einige Minuten lang. Wahrscheinlich werden Sie einige unangenehme Verspannungen und eine Belastung in der Nackengegend spüren.

  • Diese Anzeichen können ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Körper eine zusätzliche Stütze (also ein Kissen) zum Entspannen benötigt. Falls Sie keine Probleme damit haben, dann Glückwunsch:
  • Sie gehören zu den wenigen Menschen mit einem geraden, trainierten Rücken. Höchstwahrscheinlich stützen Ihre Muskeln den Körper und bewahren ihn so vor Verspannungen.

Übrigens: Das flache Liegen auf dem Rücken stellt eine tolle Übung für bessere Haltung dar. Sie löst Verspannungen und ermöglicht es, den eigenen Körper durch Beobachtung besser kennen zu lernen.

Sind Sie nach dem Aufwachen oft verspannt?

Vielfach sind daran die falsche Matratze & das falsche Kissen Schuld. Sie unterstützen Ihren Körper während Schlafs nicht und es kommt zu Verspannungen & rastloser Nachtruhe.

Oft reicht schon ein anderes Kissen – z.B mit anderer Höhe oder anderer Härte. Möglicherweise müssen Sie aber auch tiefer in die Tasche greifen und eine passende Matratze für Ihre Bedürfnisse finden.

Zusammenfassung: Darum schlafen wir nicht ohne Kissen

Ich hoffe dieser kleine Geschichtskurs zum Thema Kopfkissen hat Ihnen eines gezeigt: das perfekte Kissen gibt es nicht.

Unsere Vorfahren schliefen auf Gras oder Asten, die alten Ägypter auf harten Kopfstützen und Japaner heute schlafen meist auf dünnen, harten Kopfpolstern.

Welches Kissen für Sie persönlich am besten geeignet ist, hängt nicht nur von Ihren Gewohnheiten, sondern auch von Ihren körperlichen Bedürfnissen ab.

Investieren Sie vor dem nächsten Kissenkauf deshalb am besten ein wenig Zeit, um die passende Variante zu finden.

Ihr Rücken wird es Ihnen mit entspanntem, gesunden Schlaf danken.